QueenstownEntenFuettern
Rufus füttert mit großer Begeisterng Enten im Hafen von Queenstown

Wir übernachten im strömenden Regen, frühstücken im strömenden Regen, packen das Womo im strömenden Regen. Zum Glück haben wir den Luxus-Laster, der hat ne Heizung und ist groß, so können wir das alles drinnen tun, und der Regen strömt nur draußen. Nur Roman muss kurz raus um den Tisch gegen die Kindersitze tauschen. Auch den Weg nach Queenstown bringen wir zum Großteil bei heftigem Regen hinter uns, was die Fahrerei ganz schön anstrengend macht. Dafür machen wir mehr Strecke als geplant. Rufus wird irgendwann nölig, ihm ist langweilig. Also holt Roman ihn nach vorne, erst kurz auf die Knie, und dann inklusive des gesamten Kindersitzes (wobei Rufus im Kindersitz nach kürzester Zeit auf dem Beifahrersitz einschläft). Dafür beschäftigt er Henry hinten. Und Mama fährt den Laster. Wird ein Konzept, das wir uns merken können wenns mal wieder länger wird.

Queenstown ist das Mekka der Funsportarten. Hier kann man von und mit allen möglichen Dingen und Gefährten fahren und springen (Bungee, Heli-Skiing), die Berge hoch (Gondel) und wieder runterfahren (Mountainbike, Ski, Motorrad), Reiten, Boote aller Größe und Geschwindigkeit fahren... Spass haben halt, sehr adrenalinlastigen. Das hat zur Folge, dass 80% der Leute hier Mitte 20 und Rucksack-Touristen sind. Vorteil für uns: im Gegensatz zu allen anderen Orten (denn realistisch ist auch Queenstown keine Stadt sondern ein Kaff) gibt es hier Menschen auf der Straße, und das auch nach 17 Uhr. Wir machen uns erstmal mit den Lokalitäten vertraut, nach wie vor bei ordentlich Regen. Henry hat relativ schnell die Schnauze voll, wir tippen auf Hunger und beginnen die Suche nach einem Cafe. Stimmt nicht stellen wir später fest, er sieht nur nix, weil der Hänger vor lauter Nässe total beschlagen ist, und das nervt unser eher auf Input gepoltes Kind gewaltig.

SeilbahnBobsPeak
Mit der Seilbahn geht es hoch auf den Hausberg von Queenstown

Da Rufus mittlerweile Henry im Hänger gerne mal aus Langeweile terrorisiert, muss der wieder laufen, aber mittlerweile macht ihm das sogar Spass. Wir finden kein Café, weil bei dem Wetter natürlich jeder Unterschlupf sucht. Schlussendlich landen wir im häßlichen Foodcourt eines Einkaufszentrums, für Rufus gibt es ein Eis und Pommes von McDoof. Ich hätts ihm nicht gekauft, ehrlicherweise weiß ich aber nicht, ob er mit der verfügbaren Alternative glücklicher geworden wäre, es gibt sonst nur Asiaten. Henry kommt aus dem Hänger und muss jetzt auf unserem Schoß essen, was sein Langeweile-Problem nur unzureichend löst. Rufus ist noch nicht genug gelaufen für heute und entsprechend aufgekratzt, einer heult, einer randaliert - MAMA BRAUCHT ALK, VERDAMMT!! Aber wir lösen die Situation auf anderem Weg, wenn auch eher unabsichtlich: Roman nimmt Henry mit auf einen spannenden Ausflug und geht uns Kaffee holen, Rufus flitzt derweilen durch den Foodcourt, und irgendwann hört der Regen auf. Also nix wie raus. An der Seepromenade geht Rufus einem seiner neuen Hobbies nach und jagt Möven und Enten, und well ihn eine Asiatin so goldig findet, bekommt er noch eine Tüte Entenfutter, die er freudestrahlend verteilt.

QueenstownVonOben
Queenstown von oben - unglaublich idyllisch gelegen

In Queenstown selbst kann man nur auf Campingplätzen stehen, von denen es 2 gibt, die entsprechend voll sind. Wir versuchen es für heute gar nicht erst sondern fahren wieder raus aus der Stadt und übernachten auf dem Moke Lake DOC-Platz in de Bergen. Mittlerweile scheint die Sonne, und als wir uns über Berg- und Schotterstraße vorarbeiten werden die Berge links und rechts immer imposanter. Wir kommen schlussendlich auf der Site an, einer Wiese an einem See, und genießen Bierchen, den Rest des Nachmittags und unser gegrilltes Abendmahl.

Am nächsten Morgen empfängt uns Nebel, und zwar die ganz undurchsichtige Sorte. Wir frühstücken während er sich langsam lichtet und fahren zurück nach Queenstown und checken erstmal auf einem Campingplatz ein. Dann packen wir die Jungs und gehen zur ersten Attraktion des Tages, einer Seilbahn-Fahrt auf den Hausberg von Queenstown - den Bob's Peak. Von hier aus hat man einen tollen Blick über die Stadt und die Umgebung, und wer noch mehr Adrenalin braucht als eine Bähnchen-Fahrt bringt, könnte sich mit dem Rad, per Bungeesprung oder auf einer Sommerrodel ins Tal stürzen. Wir essen ein Eis, Rufus spielt noch eine Runde mit ein paar Asiatenjungs und dann geht's mit der Gondel wieder runter.

TierShowVogelpark
Die Tierschau im Vogelpark findet Rufus spannend - zumindest solange echte Tiere dabei sind

Völlig geflashed von so viel Fun-Sport gehen wir zum nächsten Highlight des Tages, einem kleinen Vogelpark. Neuseeland ist ja bekannt für seine einheimischen Vögel, speziell den Kiwi, Säugetiere gibt es auch hier nur eingeschleppt, Beuteltiere nicht in relevanten Mengen. Ich finde den Park nett, die Jungs und Roman findens nicht soo spannend.
Wir gehen zurück zum Campground, und kurz nach unserer Ankunft beobachten wir, wie neben uns ein gewaltiges, niegelnagelneues Off-Road-Wohnmobil einparkt. Und während wir uns noch fragen, warum so jemand unsere Nähe sucht, erkenne ich den Fahrer: es ist Konny Reimann. Bekannt (oder auch nicht) von RTL2, ein findiger Selbstdarsteller, der ein ganzes Drehteam im Schlepp hat. Nachdem sie ihr Geschoss an Strom angeschlossen haben (STROM!!!!), versuchen sie erfolglos, den Gasgrill zum Laufen zu bringen und zeigen die Kamera, so dass auch der letzte Chinese weiß: hier ist jemand wichtig. Ich frage natürlich nach einem Foto, und was sie hier so machen, und erfahre, dass sie die Karre fürs Fernsehen auf Herz und Nieren testen wollen. Bin mir nicht sicher, ob jemand, der sich so ein Geschoss unter den Hintern stellt Wert darauf legt, dass irgendein RTL2-B-Promi den Gasgrill getestet hat, aber was weiß ich schon. Abends gehts noch in die Stadt zum Essen, was Rufus direkt verschläft, der olle Adrenalin-Junkie ist platt.

QueenstownRufusMuede
Rufus ist voll platt nach dem ersten Queenstown-Tag

Am nächsten Tag wollen wir uns Räder leihen und zu den örtlichen Weingütern gondeln. Das Hänger-Equipment haben wir extra mitgebracht, laut Verleihbude ist der Weg zwar 35km einfach lang aber flach. Also los, die Sonne scheint mal wieder entgegen der Vorhersage, wir treten in die Pedale und genießen. Nach ca. 8km am See entlang müssen wir erstmal den Weg suchen, da umgebaut wird. Weiter gehts an einem Fluss, und nach ca. 15km holen wir die Jungs für eine Mittagspause raus. Um ihnen die weitere Zeit im Hänger zu verkürzen, hängt Roman ihnen unseren USB-Brüllwürfel mit Kindermusik in den Hänger. Ein Zaubermittel wie sich rausstellt, wir hören die nächsten 2 Stunden nichts mehr von ihnen. Dafür beschallt uns Helene Fischer, Balu der Bär und Frank Zander, während wir uns die Berge hochschrauben. Das mit dem "flach" ist nämlich relativ relativ, anders gesagt: bei uns kommt definitiv Alpencross-Feeling auf. Was super ist, die Landschaft ist atemberaubend und wir sind ja dank der Jungs echt unter-radelt, aber es bringt unseren Zeit- und Romans Kraft-Plan etwas durcheinander.

BikeInWeinberge
Die Crazy-Fleischers auf dem Weg in die Weinberge

Denn Alpencross mit über 40kg Hänger als Zuggewicht, das ist dann halt doch nicht zu unterschätzen. Irgendwann haben wir es bis letzten Hängebrücke vor den Weingütern geschafft, einem bekannten Bungee-Punkt. Henry hat Hunger, also kehren wir in das Cafe des Bungee-Anbieters ein. Bei der Bitte um Baby-Food-Erwärmung frage ich nach der Möglichkeit eines Rücktransports in die Stadt, erstens waren das jetzt doch eher 40km, zweitens ist es 15 Uhr, eine Heimfahrt schaffen wir realistiscch mit den Rädern nicht mehr. Einen Transport hatten wir früh im Laden schon versucht zu buchen, aber keinen mehr bekommen. Die Mädels von dem Bungee-Cafe organisieren, dass deren Busfahrer uns mitnimmmt, sogar einschließlich Hänger und Rädern, dafür gleich, also nix Wein. Doch nicht nur das, auch noch für umsonst, der Fahrer entschudigt sich hinterher sogar noch für seinen staubigen Bus-Kofferraum, und dass er vergessen hat zu fragen wo er uns rauslassen soll sondern einfach ins Stadtzentrum gefahren ist. Der Hammer, die Neuseeländer... Den Abend lassen wir bei Pizza ausklingen, was ein Tag!

QueenstownPark
Den Nachmittag verbringen wir im Park - und hier steppt der Bär tatsächlich

Nachdem wir jetzt immerhin 2 Nächte an einem Ort waren haben wir Queenstown genug besichtigt und brechen in die Berge auf. Die sind hier hoch, trotzdem sieht man immer wieder irgendwelche Radfahrer, die wohl nicht sonderlich an ihrem Leben hängen und sich die Straße gerne mit uns teilen wollen. Wohlgemerkt die enge Bergstraße, denn wir nehmen natürlich die schmalere Scenic Road und nicht den direkten Weg, frei nach dem Motto "allways take the Scenic Road, especially if you are lost" (nimm immer den schönen Weg, besonders wenn Du Dich verlaufen hast). Der nächste Halt sind die Blue Pools, Gumben mit glasklarem Bergwasser, die durch einen 15minütigen Spatziergang durch den hier vorherrschenden Regenwald erreichbar sind. Rufus läuft die gesamte Strecke, solange wir singen ist er motiviert. Also tun wir das zur Freude der anderen Touris. Die Nacht verbringen wir auf dem Ausweich-Parkplatz der Blue Pools, der uns mit tollem Blick, Picknick-Tischen auf Wiese und sehr netten australischen Rentner-Nachbarn verwöhnt. Letztere laden wir abends in unseren Luxus-Laster ein, es wird ein sehr witziger Abend, wir tauschen sogar Nummern aus, vielleicht schaffen wir es, uns auf der Tour nochmal zu sehen!

 

FleischersMokeLake
Am Moke Lake sind die Fleischers ziemlich zufrieden - sowohl mit der aussicht, alsauch mit dem tollen Stellplatz

 

 

BluePools
Die Blue Pools wie in einem Werbe-Prospekt - klares, hellblaues Wasser (dafür eiskalt)

 

 

MokeLakeAmMorgen
Viel besser können die Übernachtungsplätze fast nicht mehr werden

 

 

SonnenuntergangBluePools
Der Sonnenuntergang auf dem Stellplatz an den Blue Pools ist auch sehenswert.

 

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